"Komische Stadtregion"

von Anian Liebrand  

Ein Megger Bürger schreibt uns

Plakat Stadtregion

Das tolle und exorbitante Plakat steht in Adligenswil. Die CVP Adligenswil wirbt mit diesem Plakat für eine starke Stadtregion. Das Adligenswiler-Rad mit dem angriffigen Löwen - oder ist's ein Bär? - lieblich vereint mit Fisch; drei Angelhacken; Blümchen; dem blauen See der sich nach oben verflüchtigt; einem eigenartigen Zackengebierge - das sich bereits aufgelöst hat! - und dem Krienser; dem heiligen Gallus, der den Adligenswiler-Bär - oder kommt er vom Pilatus? - herzlich begrüsst!. Welch eine komische "starke Stadtregion".

Es ist für uns Megger ein wirkliches Hochgefühl, dass der angriffige "gelbe Megger-Habicht auf der Schlosszinne" nicht auf diesem futuristischen Gebilde seinen Eingang gefunden hat!

Der ehemalige, hoch geachtete deutsche Bundeskanzler, Helmuth Schmith, - notabene Sozialdemokrat und nun bereits 90 Jahre alt - hat im Folio der Neuen Zürcher Zeitung vor zwei Monaten in einem Interview folgendes zum Ausdruck gebracht:

"... Aber auch die offizielle Diplomatie ist nicht öffentlich? Mir scheint, sie gehen mit einem schweizerischen Vorurteil an diese Sache heran. Bei ihnen gibt es die direkte Demokratie auf dem Marktplatz. Buchstäblich ist das so bei der Landsgemeinde in Appenzell. Die Vorstellung, dass alles öffentlich zu sein habe, ist eine schweizerische Eigenart... usw. usf." Ende Zitat.

Natürlich sind wir Eidgenossen stolz auf unseren Föderalismus, wir sollten dazu Sorge tragen! Das CVP-Plakat in Adligenswil spricht leider eine andere Sprache! Leider merken die Nachkommen der "68er-Philosophen" das nicht mehr so klar. Sie entwickeln die derzeit noch föderalistischen Staats-Strukturen tatsächlich zum politischen Marktplatz, leider!

Das Plakat in Adligenswil wurde am Samstag, den 9. Mai 2009 für die Nachwelt fotografiert. Es könnte sein, dass eine spätere Generation, die dann die negativen Auswirkungen der "sog. starken Stadtregion, sprich Fusion" zu ertragen hat, den von den Vor-Generationen sorgsam gehüteten föderalistischen Staatsgedanken, nachtrauern. Hoffen wir's, es komme nicht so weit, dies zum Wohle unserer Kinder und Kindes-Kinder!

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