Werthenstein trotzt der Luzerner Regierung

von Anian Liebrand  

Die Gemeinde Werthenstein ist nicht auf Rosen gebettet. Aufgrund ihrer topografischen Verhältnisse und den drei Ortsteilen hat sie im Vergleich zu vielen anderen Luzerner Gemeinden nicht dieselben Voraussetzungen, um sich erfolgreich vermarkten zu können. So verwundert es auch nicht, dass die finanzielle Lage Werthensteins sehr angeschlagen ist. Obwohl der ausdrückliche Wille zur Eigenständigkeit sowie auch zur Verbesserung der sorgenbereitenden Situation sowohl beim Gemeinderat als auch bei der Bevölkerung vorhanden ist, aberkannte ihr die Luzerner Regierung Ende 2008 quasi das Existenzrecht. Über Werthenstein kreiste der Geier der ersten Luzerner Zwangsfusion.

In der Zwischenzeit hat sich glücklicherweise einiges zum Besseren gewendet. Der Kanton Luzern, resp. die Justizdirektorin Yvonne Schärli, akzeptiert das Selbstbestimmungsrecht Werthensteins, eine mögliche Zwangsfusion ist vom Tisch. Auch die Lage der Gemeinde hat sich entspannt. Am Horizont zeigen sich erste Hoffnungsschimmer. Die Neuverschuldung konnte gestoppt werden, ja es zeichnet sich in den nächsten Jahren sogar ein leichtes Plus in der arg gebeutelten Gemeindekasse ab. Der Gemeinderat kündigt konkrete Einsparungen in der Verwaltung und Massnahmen im Standortmarketing an. Es herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung.

Wie kam es soweit, dass der Kanton dem lästigen Sorgenkind auf einmal die Türen für eine eigenständige Zukunft öffnete? Wir erinnern uns an die Referendumsabstimmung zum Gemeindegesetz vom 8. Februar 2009. Der Verein gegen GrossLuzern bekämpfte die neuen Änderungen in einem engagierten Abstimmungskampf. Die Hauptargumente: "Möglichkeit zu Zwangsfusionen und Demokratieabbau". Die Gegner thematisierten den "Fall Werthenstein" derart offensiv, dass sich der Kanton genötigt sah, zu versichern, dass Zwangsfusionen nie angewandt würden und die Gemeindeautonomie als wertvolles Gut gewährleistet sei. Obwohl das Gemeindegesetz vom Souverän anschliessend mit 68 % sehr deutlich angenommen wurde, hatte die Abstimmung so seinen befriedigenden Nutzen.

Nebenbei bemerkt: Werthenstein lehnte das Gemeindegesetz ab (54 % Nein-Stimmen), ebenso wie zwölf andere Gemeinden. Diese nicht zu unterschätzende Ohrfeige wird der Kanton nicht so schnell vergessen. Schauen Sie sich doch auch folgendes Video zu Werthenstein an:

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